Prof.Dr.Jean-Pol Martin
Didaktik der französischen Sprache und Literatur
Universität, UA.Zi.240
85071 Eichstätt

Eichstätt, den 25. Februar 2002
Fax.Uni: (08421)93-1797
Tel.Uni: (08421)93-1536
Fax.priv.:(0841) 9611109
Tel.priv.:(0841) 9611121

eMail priv.: jpm@ldl.de
LdL-Homepage:
http://www.LdL.de
Forum: www.zum.de/schule/Foren/ldl/cgi/forum.cgi

16.Jg.Kontaktbrief Nr.100  

  

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde,

Kontaktbrief Nr.100! Ein Grund zur Freude?

Demnächst werde ich 59 Jahre... Seit 21 Jahren habe ich absolut ausnahmslos von der ersten bis zur letzten Stunde in allen Klassen, die ich unterrichtete LdL angewandt.

Ich denke, diese Methode ist deutlich erfolgreicher als der Unterricht, den ich vorher praktizierte. Sie löst eine ganze Reihe von Problemen, die der traditionelle Unterricht aufweist: die Schüler werden aus ihrer Passivität herausgerissen, sie sprechen viel, sind meistens motiviert und lernen im Unterricht intensiver. Auch die Disziplin ist besser. Um dies bekannt zu machen habe ich viel publiziert, ich habe unendlich viele Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt und musste immer erfolgreich sein. Das war sehr anstrengend. Natürlich habe ich die Hilfe von sehr vielen Kollegen gefunden! Sie haben selbst viele Veranstaltungen durchgeführt, mussten auch selbst immer erfolgreich sein! Auch sie sind inzwischen ein bisschen müde geworden.

Im Laufe der Jahre hat mich immer mehr geärgert, dass die Institutionen, deren Mitglieder bezahlt werden, um Verbesserungen im Unterricht einzuleiten, uns nicht geholfen haben. LdL wird kaum in Pädagogikseminaren erwähnt, nicht einmal die Französischdidaktiker machen LdL bekannt. Wenn Studenten oder Referendare auf LdL stoßen, dann meistens per Zufall, durch Surfen im Internet. Warum das so ist, ist mir aus meiner intimen Kenntnis des Unibetriebes natürlich klar! Trotzdem finde ich es schade, wenn in den beiden Zeitschriften, die sich ganz dem Französischunterricht verpflichtet fühlen („Französisch heute“ und „Der fremdsprachliche Unterricht Französisch“), LdL praktisch nie erwähnt wird. Am meisten hat mich die jüngste Nummer von „Der fremdsprachliche Unterricht – Französisch“ vergrämt: diese Nummer befasst sich mit der Frage, wie man Schüler im Französischunterricht zum Sprechen bringen kann. Auch hier wird trotz üppiger Sekundärliteratur LdL mit keinem Wort erwähnt! Dabei ist das Ideengut der Französischdidaktiker recht überschaubar, so dass LdL nicht unbedingt in der Fülle der guten Ansätze untergehen müsste!

Tja, das wollte ich immer schon sagen, jetzt fühle ich mich besser...

Und nun zur Zukunft:

  1.  BERND KRACKLAUER berichtet auf dem von ihm betreuten Brett. „LdL im Englischunterricht der 5. Klasse (GY)“ von seinen anhaltenden Erfolgen:

 Mittlerweile sind wir im Rahmen der Arbeit mit LdL beim 4. Durchgang angelangt. Die Schüler sind nach wie vor sehr begeistert. Mir selbst geht es ähnlich, da die Schüler aufgrund ihrer zunehmenden Erfahrung mit der Methode vielerlei Kompetenzen entwickelt bzw. bereits vorhandene erheblich verbessert haben: MEDIENKOMPETENZ (Umgang mit Licht, Tafel, Overhead-Projektor, Folie), DIDAKTISCHE KOMPETENZ (z. B. intensive Einübung und Wiederholung von Wortschatz, breit gestreutes Aufrufen, Erstellen von einfallsreichen Übungen etc.), SOZIALE KOMPETENZ (gesteigerte Teamfähigkeit, Empathie) und nicht zuletzt natürlich SPRACHLICHE KOMPETENZ (mittlerweile fast völliger Verzicht auf die Muttersprache, auch bei der Einführung von neuem Vokabular)."

http://www.zum.de/Foren/ldl/threads/thread138.html

 

  1.  Sie finden einen kurzen Fernsehbericht zum Auftritt meiner Klasse (10a) auf dem Bildungskongress in Ingolstadt

    http://www.ldl.de/galerie/schulinnovation.htm

  1.  Mein Schüler SEVERIN NEUMANN hat aus seiner Sicht kritische Punkte der Methode LdL auf dem Brett „LdL aus Schülersicht – nur Positives?“ ausgeführt.

    http://www.zum.de/Foren/ldl/threads/thread12.html

  

Ich denke, wir müssen dranbleiben!

Viele Grüße

Jean-Pol Martin


... weitere Kontaktbriefe