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Schüler zwischen formaler Sprache und freiem Ausdruck

Neue Wege im Französisch-Unterricht

Laufzeit: 59 min
Sachgebiete: Pädagogik, Schulpädagogik, Methoden, Kommunikation und Interaktion, 
Französisch
, Sprachunterricht, Kommunikative Übungen
Adressaten: Erziehungswissenschaftliche Ausbildung, Fachwissenschaftliche Ausbildung. Fortbildung, Weiterbildung.
Lernziele Vertraut werden mit einem schüleraktivierenden Konzept für den Fremdsprachenunterricht; erkennen, daß die Schüler in der Lage sind, Stoffpräsentationen, Diskussionen, Gedichtinterpretationen und Referate routienemäßig zu planen und in der Fremdsprache durchzuführen.
Vorkenntnisse "Aktive Schüler lernen besser - Neue Wege im Französisch-Unterricht"; "Schüler organisieren ihren Unterricht selbst - Neue Wege im Französischunterricht"
Vorbemerkung In seinem didaktischen Konzept geht Jean-Pol Martin davon aus, daß Schüler im Anfangsunterricht eine klare Orientierung über das von ihnen zu benutzende Sprachsystem anstreben und über eine ausreichende Diskurskompetenz verfügen wollen, bevor sie sich anspruchsvolleren Inhalten zuwenden. Beide Ziele lassen sich am besten erreichen, wenn das informationsverarbeitende System Klasse die im Lehrwerk vorhandenen Inhalte diskursiv aufarbeitet. In dem Maße allerdings, in dem die genannten Fertigkeiten erworben und routinisiert werden, verlangen die Schüler nach neuen, komplexeren Gegenständen und Verarbeitungsverfahren, um die freigewordenen Kapazitäten auszunutzen. Der Zeitpunkt ist gekommen, wo eine verstärkte Hinwendung zu grundlegenden Strukturmerkmalen des Bezugslandes - die Literatur ist ein Element davon - stattfinden kann.
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Zum Inhalt

Der Film besteht aus vier Abschnitten und stellt schwerpunktmäßig dar, wie lehrwerkergänzende Inhalte in der Mittelstufe methodisch angegangen werden können. Die erste Sequenz enthält eine Grammatikpräsentation, greift also einen Gegenstand auf, der in den Dokumentationen über den Anfangsunterricht bereits behandelt wurde; es soll jedoch aufgezeigt werden, wie diese Aufgabe nach drei Jahren Französischunterricht bewältigt wird, da die Übernahme einer solchen Lehrfunktion durch Schüler als besonders problematisch gilt. In der zweiten Sequenz wird demonstriert, daß Schüler eine Diskussion selbständig planen und in der Fremdsprache leiten können. Die dritte Sequenz ist der Behandlung eines Gedichts unter Schüleranleitung gewidmet und im letzten Filmabschnitt schließlich tragen Schüler die Ergebnisse eines Erkundungsprojekts vor, das in der Partnerschule durchgeführt wurde. Zwischen den Unterrichtsausschnitten werden die jeweils angewandten Arbeitstechniken erläutert.

Zur Verwendung

Als Bestandteil einer Langzeitstudie, die die Arbeitsweise im Französischunterricht von der siebten Jahrgangsstufe bis zum Abitur dokumentiert, zeigt der Film den in der Mittelstufe erreichten Stand. Eine erste Verwendungsmöglichkeit besteht darin, die Entwicklung spezifischer Arbeitsformen oder bestimmter Schülerkompetenzen im Vergleich zu früheren Stadien zu analysieren. Hauptsächlich aber soll eine Auseinandersetzung mit Martins Techniken lehrwerkergänzender Arbeit in der Phase des erweiterten Spracherwerbs angeregt werden. Allgemein ist anzumerken, daß die Mittelstufe im Fremdsprachenunterricht als problematisch gilt (Bludau 1985). Als besonders belastend muß dabei die Reduktion der Wochenstundenzahl gegenüber der Anfangsphase betrachtet werden; generell wird auf dieser Stufe sogar eine sprachliche Stagnation beobachtet (Hohmann 1985).

In der vorliegenden Dokumentation fällt auf, daß die Schüler beim Ausüben von Lehrfunktionen die vorbereiteten und verinnerlichten Redeketten sicher beherrschen und kommunikativ kompetent einsetzen, sie aber im freien Diskurs relativ zögernd und fehlerhaft sprechen. Methodisch heißt das, daß auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen geplanter Sprachproduktion im Rahmen von Stoffdarbietungen einerseits und dem spontanen Ausdruck bei Gesprächen und Diskussionen andererseits geachtet werden muß.

Im folgenden wird auf einige Aspekte eingegangen, die bei der Auswertung der einzelnen Sequenzen von Bedeutung sind.

1. Grammatikpräsentation

Das darzubietende Kapitel ist schwer vermittelbar und überfordert z.T. die didaktische Kompetenz der Schüler. Das Dokument zeigt aber, daß sie in der Lage sind, einen umfangreichen und komplexen Stoff unter anhaltender Produktion sprachlich korrekter, adressatenbezogener Redeketten vorzustellen. Ferner wird ersichtlich, daß die Routinisierung des stoffbezogenen Klassenraumdiskurses weit gediehen ist.

2. Behandlung eines Gedichtes

Die Schüler bekommen als Ausgangsmaterial eine didaktisch aufbereitete Gedichtsammlung (Schneider 1985) mit dem Auftrag, Schneiders Anregungen für die Behandlung des Prevert-Gedichtes Le Cancre zu benutzen. Es zeigt sich, daß sie diese Vorlage der Schülerperspektive entsprechend verändern, gelegentlich auch durch eigene Ideen ergänzen.

3. Schülergeleitete Diskussionen

Die häusliche Vorbereitung der Schüler besteht im Entwurf eines Kurzreferates und in der Erarbeitung einer Folie mit den für die Diskussion notwendigen Begriffen. Auf diese Weise ist gesichert, daß sie die Materie sprachlich und inhaltlich beherrschen und das Gespräch kompetent steuern können. Das Kurzreferat erleichtert den Mitschülern den Einstieg in die anschließende Diskussion.

4. Vortrag über die Partnerschule

Dem Vortrag geht eine intensive Erkundungsarbeit voraus, die auf eine Vertiefung des Alltagswissens im Bezugsland (Firges/Melenk 1983) und auf eine Abstrahierung von individueller Erfahrung abzielt.

Literatur

Bludau, M. "Die vergessene Mittelstufe", in: Neusprachliche Mitteilungen,  1/1985, S. 3-4

Schneider, R., Poésie et créativité, Berlin und München 1985

 
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